Samstag, 5. juli 2008

05.07. Dubai City

So, kurze Entschuldigung ich bin erst vor ner halben Stunde aus Dubai City zurückgekommen und verspreche morgen meinen Bericht zu schreiben. Man möge mir verzeihen, aber die Vielzahl von Bildern und Informationen soll ja meine Leser nicht überfluten sondern informieren. Deshalb verzeiht und freut euch auf morgen.

von Martin Henschke
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Freitag, 4. juli 2008

04.07. ein freier Tag

 

Da wir heute unseren freien Freitag haben (ja, hier ist der Name halt noch Programm) geht’s auf in die Wüste. Mit unserem Guide und seinem tausende-von-PS-Landcruiser fahren wir ca. eine Stunde Autobahn. Langsam aber sicher weicht die karge Landschaft einer noch kargeren Landschaft bevor dann irgendwann nur noch ein paar Büsche auf gelben Sand zu sehen sind. Und da dachte ich schon das ist Wüste. Ich war schon übelst beeindruckt als wir eine Pause machten und ich die erste Düne gesehen habe, aber dann fragte unser Guide plötzlich mitten auf der Straße „Are you ready?“ Ich war nicht sicher ob ich ja sagen sollte, tat es aber trotzdem.




Was dann aber kam war der Hammer, er zog rechts rein und preschte mit voller Drehzahl direkt in die Wüste. Und wenn ich vorher dachte das ist Wüste, dann wurde ich jetzt eines besseren belehrt. Sand, einfach nur Sand. Irgendwie hatte ich immer das Gefühl, hinter der nächsten Düne muss ja die Ostsee sein, aber alles was kam waren 3 weitere Dünen. Höhenunterschiede von 50 Metern an einer Düne waren normal und unser „Dune Bashing“ war der Hammer. Ein bisschen war es wie Achterbahn auf Sand, so dass ich nach 20 Minuten zwar total begeistert aber dann auch froh war, dass es vorbei ist.

 
Dann gab es endlich Foto-Shooting auf dem Gipfel einer riesigen Düne. Das war der Hammer, ich kann es nur so sagen. Mir ist zwar klar, dass auf dem Foto nur Sand ist, aber glaubt es mir: Soviel Sand, habt ihr noch nicht gesehen.

 








Auf dem Weg runter entdeckten wir dann lustige Wüstenbewohner und als ich meine Kamera nicht schnell genug zücken konnte sagte unser Guide, dass wir gleich viel mehr sehen würden. Und so war es dann auch. Und dann kam das Highlight dieses Aufenthaltes, meine neuen Lieblingsfreunde: Kamele, Kamele ohne Ende. Einen besonderen Gruß an die liebe Maria, die jetzt bestimmt gerne bei mir gewesen wäre ;-)

 

Den Witz zu dem folgenden Foto kann ich mir nicht verkneifen. Ich bin in der Mitte ;-)


Nach den traditionellen Fototerminen ging es dann nach Hatta, was kurz vor der Grenze zum Oman liegt. Hier verändert sich die Landschaft. Aus Dünen werden schroffe Felsen und ein Steingebirge sondersgleichen. Extrem beeindruckend als Tourist aber wohnen will ich hier nicht. Lustiger Zwischenstopp an der Tankstelle: Unser Guide sagt, er muss hier tanken weil es im Oman billiger ist, da zahlt man nämlich nur 20 Cent pro Liter, in Dubai sind es immerhin 30 Cent. Ich dachte ja, Tanktourismus gibt es nur bei uns. Aber bei solch horrenden Spritpreisen wie 30 Cent ist das natürlich logisch. Ach so, nur noch mal zur Info: Der Liter Wasser kostet hier 50 Cent ;-)

 So, im Felsgebirge beim Oman gab es dann ein erneutes Highlight. Baden mitten in der Wüste. Im Januar, wenn es hier mal regnet, entstehen unzählige Flüsse die ins Tal rauschen und manche von den Flussbetten bleiben das ganze Jahr leicht gefüllt, so dass man auch im Juli darin baden kann. Da war ich also dann mitten in der Wüste baden, lustig wars zumal auch unzählige kleine Fische darin schwammen.



Weniger lustig war der Müll, der zurückbleibt wenn unzählige Touris und Emiratis (so heißen die ursprünglichen Einwohner hier) ihren Müll überall hinpflastern. Nicht schön. Nach ner halben Stunde planschen hieß es dann so langsam zurück ins Hotel, was auch bitter nötig war, denn durch die Hitze wird man schnell fix und alle.

So, das bis hierher. Morgen erzähl ich euch dann warum John ein indischer Name ist und das „I speak english“ nicht undbedingt „ich spreche Englisch“ bedeutet. Erklärungen dazu wie gesagt morgen, also Gute Nacht euch.

von Martin Henschke
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Donnerstag, 3. juli 2008
Nachdem ich heute morgen gemerkt habe, dass mein Wecker noch nach mitteleuropäischer Zeit funktioniert wurde aus einem entspannten Wachwerden ein Waschen-Anziehen-Frühstücken in 10 Minuten. Egal, also dann ab ins Taxi und auf Arbeit. Um zu unserer Firma zu kommen müssen wir jeden Tag 5 Dirham (1 € gleich 5,8 Dirham) bezahlen, da es sich um irgendeine Freihandelszone handelt und die da keinen gratis reinlassen wollen. Da momentan eine Art Sandsturm über Dubai liegt ist es glücklicherweise nur heiß. Sonst soll es wohl extrem heiß und sonnig sein, aha. Mir reichts erstmal so wie es ist.

Langsam hab ich den Dreh raus auf der Baustelle. Man muss:

1. tun als ob man der Chef ist.
2. Irgendwo hinzeigen und sagen, dass muss anders werden
2. Männer mit weißen Helmen anschimpfen;-)
3. Jungs mit gelben Helmen ignorieren
4. wissen, dass  "No problem, no problem" heißt "irgendwas ist grade schiefgegangen" (egal ob weißer oder gelber Helm)
5. wissen dass Inder nich immer verstehen was man meint, aber immer freundlich lachen (egal ob weißer und gelber Helm)
6. immer wissen wo Mr. Ballah ist (dass is sozusagen der Ober-Inder; weißer Helm)

Hoffe, dass ich das ab Sonntag dann alleine geregelt kriege.

Ansonsten bleibt noch zu sagen, dass Zeit hier ne andere Bedeutung hat. Um 19.00 Uhr wurden so langsam die Scheinwerfer hochgefahren damit unser Lüfter noch fertig gebaut wird. Deshalb mussten wir auch so lange bleiben. Wenn man nen Inder (mit weißem Helm) fragt wie lange etwas dauern wird, sagt er einem was, da rechnet man 25% drauf und dann hat man das korrekte Ergebnis. Wenn nicht, schickt man irgendeinen anderen(mit weißem Helm) los um von anderen Stellen 3 Inder(mit gelbem Helm) zu holen die dann an der richtigen Stelle weiterarbeiten. Lustig.

Na jut. Nach der Arbeit war noch einkaufen angesagt, Essen, Blog schreiben und auf morgen freuen. Da gehts nämlich auf eine Wüstensafari. *freu. Hoffe da auch wieder n paar interessante Bilder zu präsentieren. Achso mein Büro kann ich noch präsentieren

Ganz links is mein Platz und der junge Mann da ist mein Kollege Volker (weißer Helm, aber kein Inder)


So, erstmal bis hier morgen mehr
von Martin Henschke
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Donnerstag, 3. juli 2008

immer noch 02.07.

Vom Hotel gehts gleich direkt auf Arbeit. Mit meinem Kontaktmann Volker(der den ich hier ablöse) zusammen nehmen wir ein klimatisiertes Taxi (anders gehts auch nich)  und brausen durch die Wüste zu unserer zu betreuenden Firma. Hoppla, is ja gar keine Wüste sagt ein großes Schild an der Straße, sondern die Geburtsstunde einer Stadt. Und bei genauerem Hinsehen fallen einem auch die Bulldozer, Kräne und vor allem die tausenden von Indern auf, die rumwuseln und eine "Stadt" aus dem Wüstensand stampfen. Krass.

Da wo gestern noch eine Wüste war kann hier morgen schon ein Hotel, ein Flughafen oder auch eine riesige Baustelle sein. Manchnmal hat man das Gefühl die bauen hier erstmal los, obs dann fertig wird schaumermal.










Gearbeitet hab ich natürlich auch noch. 20 Inder und 5 Vorarbeiter, manchmal auch andersrum und alle springen um unseren Lieferumfang herum. Fertigung unter freiem Himmel oder auch unter blanker Sonne, die Jungs tragen volle Schutzmontur und schweißen oder richten oder tragen irgendwas von A nach B.



Wenn man das sieht kommen einem Bilder von Sklaverei in den Sinn. Da diese Unmenge von Indern meist zur Kaste der Unberührbaren gehört, dürfen sie in Indien noch weniger als hier und werden dort noch schlechter behandelt. Das heißt also wirklich, dass es ihnen hier besser geht als zu Hause. Klingt schlimm, ist aber so.

Mein Abend beschränkte sich dann auf lockeres Aufhalten in der Hotellobby. Ich dachte ja, es kühlt abends ab, Pustekuchen. Auch der Hotelpool wirkt wie eine heiße Badewanne. Dann wollte ich noch wachbleiben, aber mein Körper wollte nich. Nach 2 Sätzen lesen Augen zu und Licht aus.

von Martin Henschke
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Mittwoch, 2. juli 2008
Mein Lufttaxi
von Martin Henschke
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Mittwoch, 2. juli 2008

01.07. 22.30 - 02.07. 6.30 (Dubai Ortszeit; 2 Stunden voraus)

mein Flug gestaltet sich angenehmer als erwartet, da mein Nebensitz freibleibt. So schaff ich es doch tatsächlich 2 Stunden zu schlafen, und das in 10.000 m Höhe ;-)

Und dann das Highlight des Flugs. Als wir uns gegen 4 Uhr früh über dem Iran befinden, merke ich, dass es eine gute Entscheidung war einen Platz auf der linken Seite zu wählen. Es bietet sich ein atemberaubender Sonnenaufgang über den Wolken. Leider ergab sich nicht die Gelegenheit für ein Foto, aber ich beginne zu verstehen warum Astronauten vom Sonnenaufgang im Weltall schwärmen. Und dann das fiese an diesem Sonnenaufgang: Obwohl noch gut 1,5 h bis zur Landung in Dubai sind, wird das Licht angeschmissen, ich werde angestupst, dass ich meine Decke abgeben muss und auf dem Bildschirm vor mir läuft ein voll aufgedrehter Propagandafilm über Freizeitaktivitäten in Dubai. Offensichtlich gehört Schlafen nicht dazu. Außerdem musste ich mich eine halbe Stunde vor der Landung anschnallen, ganz groß..

Landung erfolgreich und die Einreiseformalitäten schnell erledigt denke ich mir:"Es is 6.30 früh und sicherlich noch nich ganz so warm, also nix wie raus an die frische Luft. Ich rolle meinen Trolley also frohen Mutes auf den Ausgang zu, die Tür öffnet sich, ich trete hindurch und wundere mich. Ich bin offensichtlich in der flughafeneigenen Sauna gelandet...und hier fahren Taxis und alle sind angezogen. Oh mann, es war wirklich der Ausgang.

Man stelle sich folgendes vor: Man geht mit kompletter Straßenbekleidung in eine Sauna in der gerade Aufguss gemacht wurde, dabei trägt man eine 16 Kg schwere Tasche und weiß dass man jetzt 5 Wochen hier arbeiten wird. Na, können jetzt alle meine Freude nachvollziehen? Sehr gut. Dann bis später. Ich muss erstmal ins Hotel.

von Martin Henschke
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Mittwoch, 2. juli 2008

01.Juli 2008
Der Tag der großen Abreise

Flugplan: 17.30 - 18.20 Dresden - München

Es ist lange her das ich im globalsten aller Dörfer bin, aber ich bräuchte glaube ich 5 Minuten um zu erkennen, das ich da bin. Hab zwar nur den Flughafen gesehen, aber die Leute, die Leute...Ich glaube mehr Schicki-Micki gibbet nur in Dubai oder so...Naja wir werden sehn ;-)



Komme also am Flughafen München an und denke die ganze Zeit nach was mich mit diesem Ort verbindet. Und dann fällts mir ein. Der geneigte Fußballkenner möge mir verzeihen, dass ich nicht sofort drauf gekommen bin. Ich war nur schlappe 100 Meter vom Kempinski-Hotel am Airport München entfernt. Na, was ist da? Sonntag morgen Pflichtprogramm nach aufreibenden Bundesligaspieltagen?

Richtig

Der Warsteiner...ääääh Krombacher Fußballstammtisch.
















Also, hingepeest. Aber leider kein Udo Latteck da, auch kein Phrasenschwein. Schade. Also wieder weg und die 5 Euro fürs Schwein bei Burgerking investiert. Dann zeit vertrödeln und um 22.00 pünktlich am Chack Inn der Emirates zu stehen, denn dann beginnt der Ernst.

von Martin Henschke
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Mittwoch, 2. juli 2008
So,

meine Firma lässt also ein paar Teile in Dubai fertigen, um sie dann für unseren französischen Kunden in Qatar mit unseren Teilen aus Coswig zusammenzufügen (Globalisierung machts möglich). Und weil wir alle Angst hatten, dass da unten alles schief läuft, sollte jemand zur Betreuung geschickt werden, der absolut zuverlässig, kompetent, einsatzbereit, engagiert und mutig genug ist um sich dieser Aufgabe zu stellen.

Nachdem jedoch trotz intensiver Suche niemand gefunden wurde, schickte man kurzerhand mich. Jetzt heißt es also 5 Wochen lang die Ohren stramm halten und im fernen Dubai den großen Projektmanager zu spielen.

Um aber natürlich nicht ganz aus der Welt zu sein, dachte ich mir: ein Blog wär toll, dann muss ich nich nervige mails verschicken mit wie es mir geht und so, sondern kann euch nerven, dass ihr auf diesen Blog gehen müsst. Dass ich natürlich trotzdem noch schreiben muss, sei jetz mal als unangenehmes Nebenprodukt dahingestellt. Ansonsten gilt: Lest hier, schreibt Kommentare, freut euch oder auc nicht, aber sagt nachher nicht, keiner hätte euch gewarnt. Wovor auch immer...

von Martin Henschke
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