Sonntag, 13. juli 2008

13.07. glaub ich

Heute war den ganzen Tag arbeiten angesagt, denn es war Abnahme angesagt. Lief alles soweit gut. Highlight war die Polizei die um 15.00 Uhr vorbeikam um zu testen ob die 3 Stunden Pause wirklich eingehalten werden. Wurden sie ja. Abends bin ich dann nach Ajman ins Cinestar um Hancock zu kucken. ich wollte einen Film mit wenig text, damit ichn komplett verstehe. Die Filme hier sind in Englisch mit arabischen und französischen Untertiteln. Ansonsten ein Kino wie jedes andere auch, außer eins: ich dachte meine Klimaanlage im Hotelzimmer is kalt bis ich im Kinosaal saß. ich dachte schon wir kucken Ice Age. Gott sei Dank is meine Erkältung am abklingen.

Fazit zum Film: Nettes Hollywood-Spektakel mit mehr Story als erwartet. Aber son bissl werd ic das Gefühl nicht los, dass Mr. Will Smith morgens mal so entscheidet: "Hey, ich wär ja gerne mal n Superheld." und dann losgeht um nen Film zu produzieren, naja. Wie gesagt: Nette Unterhaltung.


Eine lustige Sache hab ich noch, das ultimative Verkehrsutensil:

Ich will auch ne Ampel mit Countdown, was für wunderbare Starts würde das geben...hehehe

von Martin Henschke
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Samstag, 12. juli 2008

Endlich kehrt wieder Ruhe ein im Hotel und die ganzen Phillipinos, Inder, Thais, Pakistanis und Emiratis die sich hier für Freitag einquartiert haben düsen wieder Richtung Arbeit. Da kann man dann auch wieder in Ruhe frühstücken, schön.

Auf Grund der Erkältung die ich mir an irgendeiner Klimaanlage zugezogen hab kann ich Ruhe mehr als gebrauchen. Typische Reisekrankheit. 42°C-20°C-43°C-21°C, und so weiter und so weiter. Wenn ich von Arbeit in mein Hotelzimmer komme, hat es die Reinigungskraft mittags auf 15°C°!!!  gestellt. Spinnen die denn?

Der heutige Arbeitstag war recht unspektakulär mit Ausnahme einer insgesamt 2 stündigen Fahrt von der Freihandelszone zu einem Sublieferanten nach Schardscha. Vor allem weil davon 1,5 Stunde Stauwartezeit war. Währenddessen hielten es aber mein Indischer-Ingenieurs-Begleiter und unser Fahrer für dringend erforderlich sich auf Indisch zu unterhalten. Gott sei dank saß ich ja nur direkt zwischen ihnen und wenn die miteinander reden dann richtig. Schlimmer wirds eigentlich nur wenn sie telefonieren. Wenn mein Fahrer Daniel mit seiner Frau spricht hab ich das Gefühl, sie würde ihn auch ohne Telefon hören. Dafür schuften sie eben wie die Schweine. Mein Fahrer fährt sein Taxi von 7.00 uhr morgens bis 21.00 Uhr abends. Eine Stunde Pause abgezogen und eine 6-Tage-woche einrechnend macht das eine 78-Stunden-Woche...

Ansonsten bleibt noch zu sagen, dass morgen sogar 44°C werden. Ich freu mich schon. Außerdem hab ich jetzt ein Kino aufgetan. Juhuu Entertainment. Die Filme hier kommen in Englisch mit arabischem Untertitel und müssen vorher vom Informationsministerium genehmigt werden. Unter Umständen werden auch Szenen rausgeschnitten. Dabei gilt ähnliches wie in den USA. Wenns um Action und Gewalt geht kann es gar nicht genug geben, sobald aber ein Stück weibliche Haut zu sehen ist, schrillen die Alarmglocken.

Na gut, mehr gabs heut nicht zu berichten

Morgen bestimmt mehr

von Martin Henschke
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Samstag, 12. juli 2008

Das Bild hab ich heute auf Spiegel online gefunden. Schön oder? Is eine Sandsturm über der arabischen Halbinsel, der soll der Grund dafür sein warum es noch nicht so heiß ist wie sonst im Juli, na prost Mahlzeit.
von Martin Henschke
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Freitag, 11. juli 2008

11.07.2008 Freitag ist ein freier Tag

Da heute endlich mal wieder ein Tag Wochenende eingelegt wurde konnte ich meinen Tag mit ausführlichem Schlafen und ausführlichem Frühstück und dann nochmal mit kurzem Schlafen zubringen. Vor 13.00 Uhr passiert hier an Freitagen für Nicht-Muslime eh nix spannendes. Alle Geschäfte haben zu, Taxis fahren nur wenige (auch viele Inder sind Muslime) und die Sonne hält man auch nicht aus. Also ging es erst gegen Nachmittag in die Welt hinaus. Diesmal, wie versprochen ins "Dreamland" ein Badespaßparadies angeblich sondersgleichen.

Nachdem ich dann einen Taxifahrer gefunden hatte der verstand wo ich hinnwollte ging es Richtung Norden, so lange bis sich Um al Quain langsam in eine Wüste zu verwandeln begann. Ich bekam es mit der Angst zu tun. Wenn der Fahrer mich nun falsch verstanden hat...Wenn ich von hier wieder zurückfinden soll, oh oh. Doch siehe da: Nach ein paar weiteren Kilometern Autobahn quer durch die Wüste erblickte ich die ersten Werbeschilder für das Dreamland und kurze Zeit später waren wir auch schon da. Der parkplatz war gefüllt, dass heißt also es ist geöffnet, sehr gut.

Dann aber der Schreck. An der kasse offenbarte mir, dass Freitag der Familientag ist und an diesem Tag nur angemeldete Gruppen und Familien reingelassen werden. Gott sei Dank, oder Allah sei Dank beschloss ein Pakistani in der Reihe hinter mir mich in seine 5-köpfige Familie aufzunehmen. So bin ich also mit Vati und meinen 5 neuen Geschwistern in das Bad rein. Drinnen hat das dann niemanden mehr gestört.


Das Ganze Spaßbad ist riesiggroß und es gibt ungefähr 10 verschiedene Arten von Rutschen und ungefähr 10 verschiedene Schwimmbecken. Von der obligatorischen Reifenrutsche über die klassischen Wasserrutschen hin zu einer Reifenrutsche in der alles dunkel war bis zu mehreren sogenannten Kamikazerutschen. Außerdem noch ein Wellenbad und ein Totes Meer, wo man drauf treiben konnte.














Highlight war aber der so genannte Twister bei dem man in einen Kreisel rutscht in dem man sich ein bisschen vorkommt als ob man gerade in der Toilette runtergespült wird. Lustig. hab ich dann auch gleich mehrmals mitgemacht. Das ganze mit diversen Imbissen und Liegeplätzen versehen gab es für umgerechnet ca. 15 Euronen. Wenn ich das mit dem Tropical island vergleiche ein geradezu lächerlicher Preis. Nach 4 Stunden Rutschen, lachen, tauchen, schwimmen und sonnen war ich dann wirklich endlich mal richtig erfrischt. Und das obwohl heute sogar 43°C(richtig, ich habe wieder Wetterbericht gekuckt) waren. Wieder zu Hause war ich so erholt wie lange nicht mehr und ob ihrs glaubt oder nicht, ich freue mich auf meine Arbeit morgen.


Schlaft gut und schönes Wochenende

von Martin Henschke
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Donnerstag, 10. juli 2008

10.07.2008 irgendwo unter der Sonne Arabiens

Warum mach ich es eigentlich? Warum schaue ich jeden Morgen beim Frühstück den Wetterbericht? Aus purer Gewohnheit? Oder weil die Hoffnung zuletzt stirbt? Eigentlich gibt es doch nix sinnloseres hier als den Wetterbericht. Ich könnte jeden Morgen im Halbschlaf, nach einer Flasche hochprozentigen Alkohol, mit Augen zu und mit links den Wetterbericht für die Emirate aufsagen: Dubai, 42°C sonnig, Schardscha 42° sonnig, Abu Dabi 42°C sonnig.
Es is immer das gleiche. Jeden Tag ist es unglaublich heiß und unglaublig sonnig. Jeden Tag sind gefühlte 50°C und jeden Tag ist es trocken und sonnig. Also natürlich sind offiziel nur 49°C denn bei 50°C darf keiner unter freiem Himmel arbeiten und deshalb sind eben bei uns immer 49°C. Die Gesetzeslage in den Emiraten sieht vor, dass von Juli bis August zwischen 12.00 und 15.00 Uhr 3 Stunden nicht unter freiem Himmel gearbeitet werden darf. das heißt dass alle Inder auf der Baustelle 3 Stunden Pause machen dürfen. Ganz groß, wohin geht man wenn das eigene Heim 1 Autostunde entfernt ist und man nichtmal ein Auto hat? Richtig. man bleibt einfach 3 Stunden auf Arbeit und das sieht dann so aus. Schlimm find ich. Unter dem Ding sind garantiert 50°C. In solchen Momenten bekommt das Märchen vom rasenden Dubai Risse, deutliche Risse.


Gestern in Schardscha passierte dann mal das unglaubliche: Eine Wolke am Himmel. Aber auch sie blieb nur eine Stunde, dann war se wieder weg. Fotografiert hab ich sie für euch, damit ihr mal seht wie sowas aussieht. Kühler wurde es deswegen noch lange nicht. Und das is das richtig nervige an der region hier: Es kühlt nicht ab. Nachts ist es genauso warm und drückend wie mittags um 12, es weht kein Lüftchen dass es mal kühler werden könnte. Nix. Man hat die Wahl: Entweder heiße und stickige Luft oder kalte, aber verbrauchte Luft aus der Klimaanlage. Ich will mal wieder ne Brise kalte, frische Luft einatmen.




Genauso ist es mit dem Wasser. Bei meiner Dusche kann ich zwischen pupswarm oder heiß wählen. Nach einem kompletten Tag mit 42°C will ich aber mal meinen Kopf unter kaltes Wasser halten. Der Pool hat glaub ich konstant die Temperatur einer heißen Badewanne und im persischen Golf baden ist 1. ebenfalls lauwarm 2. fühlt man sich danach wie ein Stück Pökelfleisch und 3. will man dass eh nicht wenn man sieht wo die Emiratis ihren Müll entsorgen. Die wichtigsten Liter eines Wasserhahns sind die allerersten denn die waren bereits ein paar Minuten in einem kalt-klimatisierten Raum und sind deshalb kalt. Aber schon nach wenigen Sekunden schwankt die Wassertemperatur aufwärts zu 30°C mindestens. Wenn ich wieder in Deutschland bin dusch ich eine Woche lang nur kalt.

So, jetz hab ich einen ganzen Bericht nur übers Wetter geschrieben und dabei waren es mal wieder nur 42°C und Sonne.

von Martin Henschke
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Donnerstag, 10. juli 2008

09.07. Schardscha City

 

Nach getaner Arbeit, also gegen 17.30 ging es heute endlich mal wieder auf Tour, diesmal nach Schardscha City. Die Stadt is die Hauptstadt vom Emirat Schardscha und liegt zwischen Umm El Quain und Dubai. Da hier immer noch die Scharia als Gesetz gilt sind hier die Regeln etwas straffer als in z. Bsp. Dubai. So gibt es hier nicht mal in Hotels Alkohol zu kaufen und es gibt zum Beispiel so was hier: Extra-Eingänge für Frauen, na Prima.

Extrem-Beispiel für konservative Koran-Interpretation waren weibliche Schaufensterpuppen, denen der Kopf mit Stoff umwickelt war. Merkwürdig. Hätte gerne ein Foto von gezeigt, hab mich aber nicht getraut.

Schardscha ist für seine Altstadt bekannt und für die Vielzahl der Moscheen. Bestaunen kann man hier außerdem noch ein altes Fort aus dem 19. Jahrhundert, welches komplett restauriert wurde inklusive Gefängnis, Ruheraum und Scheichbüro. Ich hab angeklopft aber er war nicht da.

Einst war Schardscha das wichtigste Emirat und dann kam das Öl und mit ihm wuchsen Abu Dabi und Dubai sehr viel schneller bis sie Schardscha überholten ohne einzuholen. Das schöne daran ist: Wenn irgendwo in den Emiraten noch Arabien zu finden ist, dann hier. Als ich im Sonnenuntergang am Hafen entlanggelaufen bin roch es alle 5 Meter anders, mal nach Fisch, dann nach Oregano, Vanille, Weihrauch, Tabak, Brot,  Benzin, mindestens 5 Sachen die ich nicht erkannt habe, 5 Sachen die ich nicht erkennen wollte und vor allem eins: nach Orient. Während Dubai City und Abu Dabi danach streben so zu werden wie New York und London bleibt hier alles so wie man es erwartet. Die Romantik des nahen Ostens bleibt bestehen. Hat auch was.

 



Auf dem Weg am Hafen wollte ich irgendwann Richtung Innenstadt abbiegen und hätte dabei beinah den Fischmarkt verpasst. Das sind Momente da fängt man an, sein Hobby lieben zu müssen…Wie lange ich wohl dafür angeln müsste.
Kurz dahinter gab es noch einen endlos langen Gemüse-Suq wo ich ja DIE grandiose Geschäftsidee entdeckt habe: Ein Laden in dem es nur Zwiebeln gibt. Klingt lustig war aber so. Das muss doch zu Hause einschlagen wie eine Bombe.

 Fischmarkt, Gemüsemarkt, fehlt doch noch was…ah ja. Gleich um die Ecke war der Fleischmarkt. Aber die Bilder davon will ich keinem zumuten.

 






Mein (diesmal pakistanischer, fast hätte ich einen Emirati bekommen, aber er musste leider beten und konnte mich deshalb nicht fahren) Taxi-Fahrer meinte dann noch er kennt eine Abkürzung aus Schardscha raus, um den Verkehr zu umgehen. Jo, 5 Minuten später steckten wir dann also 2 Querstraßen weiter im Stau. Prima. Da hab ich dann auch zum ersten Mal einen Verkehrsunfall gesehen, schien aber allen gut zu gehen. Gegen 10 war ich dann im Hotel, bin dann auch gleich umgefallen.

 

 

von Martin Henschke
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Dienstag, 8. juli 2008

Arbeiten mit Indern wird immer angenehmer. Die haben hohes technisches Verständnis, sind extrem höflich, fleißig (ich sag nur 60-Stunden-Woche), hilfsbereit und trauen sich mittlerweile auch mal einen Scherz zu. Heute haben sie mich darauf hingewiesen, dass ich 3 Mal "Noproblem" gesagt habe. Lachend natürlich. Dafür trauen sie sich jetzt auch endlich regelmäßig mich auf irgendwelche Probleme hinzuweisen, nachdem ich vorgestern fast ausgerastet wäre deshalb. Hab heute mein erstes Wochenmeeting hinter mich gebracht. 4 Inder beim fleißigen Kopfwackeln und mir zuhören beobachten, lustig. Mittlerweile is das Englisch wieder bei alter Stärke angelangt und ich fange an in Englisch zu denken. Hab dafür manchmal Wortfindungsstörungen bei deutschen Begriffen.

Gott sei dank sprechen hier fast alle ein paar Brocken Englisch, egal ob Araber, Inder oder sonst irgendwas. Besonders lustig ist das wenn der Brocken nicht sehr groß ist. Neulich hab ich 5 Leute angesprochen:

Ich: hallo, do you speak english?
Taxi-Fahrer/unauffälliger Passant/Ladenbesitzer/Tanlkstellenpächter: YesYesYes
Ich: Can you tell me, where is the next bank or the next ATM?
Taxi-Fahrer/unauffälliger Passant/Ladenbesitzer/Tanlkstellenpächter: *betretenesschweigen*
Ich: *traurigkuck*okay, thank you
Taxi-Fahrer/unauffälliger Passant/Ladenbesitzer/Tanlkstellenpächter:*Winktzumabschied*

Oh mann, das is genau das gleiche Ding wie "NoproblemNoproblem", bloß nich zugeben dass irgendwas nich klappt. Naja egal,

Abends wollt ich dann noch vom Steg vor meinem Hotel hier angeln. Gibts auch ne Menge Fische aber es war mir dann zu warm um lange zu warten. Lustig war nur was für Besuch kam. Ein Pakistani mit seinen 3 nervigen Kindern. Erst hat er seine Angel ausgeworfen, dann sagt er zu mir er muss mal kurz weg, ob ich einen Blick auf seine Kinder haben könne, dann geht er weg und ich dachte: OhOh. Hoffentlich meinte er nich bis morgen oder so, oder bis sie ihren Abschluss gemacht haben. Na er kam dann auch wieder, puuh.

Nett wie er war hat er mir seinen Käscher geliehen und so konnte ich einen neuen Freund auf meinem Steg begrüßen. Wenn man will kann man für viel Geld eine Krabbentour buchen, da fährt man mit einem Boot raus und fängt Krabben die man dann abends gegrillt bekommt. Man kann sich aber auch wie ich eine Stunde auf den Steg setzen, dann kommen die auch vorbeigeschwommen. Bei Ebbe lassen sich die nämlich aufs Meer treiben und da schwimmen ungefähr 2-Hände-große von den Jungs hier vorbei. Da mich dann aber die Kinder nervten und ich ja auch noch bloggen musste bin ich dann irgendwann wieder rein. Komm aber bestimmt nochmal wieder.

Gute nacht allesamt

von Martin Henschke
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Dienstag, 8. juli 2008

08.07. irgendwo in der Nähe von Dubai
Das Schild hier hätten sie vielleicht noch in Indisch übersetzen sollen. Seit ich hier bin, haben meine Taxifahrer ungefähr 38 Geschwindigkeitsbegrenzungen überschritten, 20 mal die Vorfahrt abgeschnitten, 15 mal mit Lichthupe gedrängelt, 10 mal rechts überholt und ungefähr 5 mal bei 120 auf der Autobahn telefoniert...Aber bei aller verrückter Fahrerei hab ich hier noch keinen einzigen Unfall gesehn. Ich bete es bleibt dabei. Frauen dürfen ja hier nicht fahren *hust*







von Martin Henschke
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Montag, 7. juli 2008

07.07. Umm Al Qaiwain

Da der Tag in Dubai City ein wenig anstrengend war und momentan auf Arbeit auch genug zu tun war, bin ich heute mal außer auf Arbeit nur kurz einkaufen gegangen und danach nach Hause. Was aber natürlich nicht heißt, dass es heute keine lustigen Ereignisse gab.

Jeden Morgen nach dem Frühstück steig ich zu meinem (natürlich indischem) Taxifahrer namens Daniel ins Taxi damit er mich auf Arbeit bringt. Klingt dekadent ich weiß, aber das gibt mir Gelegenheit über ein dramatisches Problem der Emirate zu sprechen. Die Verkehrsinfrastruktur ist relative einfach zu beschreiben: Autos. Autos soweit das Auge reicht. Klar, bei einem Spritpreis von 20-30 Cent würde ich auch anders und vor allem was anderes fahren;-)


Aber was machen die hier wenn der Ölpreis weiter steigt? Und was machen sie wenn sie mal nicht zwei Stunden im Stau stehen wollen? Der normale Arbeiter, der aus Sharjah (ein Emirat mit relativ niedrigen Mieten) morgens nach Dubai und abends wieder zurück fährt steht 1,5 bis 3 Stunden im Stau, jeden Tag!!! Und er hat keine andere
Möglichkeit. Arbeit gibt es fast nur in Dubai City und einen Öffentlichen Nahverkehr wie Busse gibt es nur in Dubai City selbst. Keine U-Bahn (wird erst 2010 fertiggestellt, aber sehr kritisch betrachtet) kein ausreichendes Regionalverkehrsystem, nur Autos und Taxis. Die Ölreserven von Dubai reichen wahrscheinlich noch 10-12 Jahre...und dann? Der Verkehr hier bringt das Land meiner Meinung nach an den Rande eines Kollaps, wenn es den nicht schon erlebt.

Aber zurück zu meinem Tag. Ich fahre also mit meinem Taxi-Fahrer zu meiner Arbeit, diese liegt in einer sogenannten Freihandelszone, dass heißt das man eine Aufenthaltsgenehmigung braucht und außerdem noch 5 Dirham (nich ganz ein Euro) bezahlen darf. Da aber mein Besucherausweis noch nicht da war und ich dummerweise meinen Pass im Hotelzimmer hab liegen lassen wollten sie mich erst nicht reinlassen. Doch ich hatte Glück, ich wurde zu einem wichtigen Emirati in weißem Gewand hinter seinen Schreibtisch vorgelassen. Ein bisschen kam ich mir vor wie der fremde Europäer der vor dem Sultan um Erlaubnis fragt sein Land betreten zu dürfen (Rob J. Cole lässt grüßen). Scheinbar mochte er mich, denn er lies mich gewähren und mir nicht den Kopf abschlagen. Nochmal Glück gehabt ;-)

Nach einigem mittlerweile unspektakulärem Hin und Her mit gelben und weißen Helmen, gefühlten 82 "NoproblemNoproblems" und einer Sonne die heute mal richtig Sonne sein durfte ging es dann wieder friedlich nach Hause. Heute hab ich mich zum erstenmal ein wenig heimisch gefühlt, so langsam kennt man die Mentalität der Leute, weiß wo was ist und wie man sich wo und wann zu verhalten hat.

Abends beim Feierabendbier (Hoffentlich liest Allah nicht mit ;-)) gabs dann die nächste lustige Unterhaltung. Ich bin mit zwei Emiratis ins Gespräch gekommen denen hier in Umm al Qaiwaim eine Firma gehört, die Feuerwehrartikel herstellt. Als sie hörten, dass ich deutscher Ingenieur bin waren Sie ja hellauf begeistert und ich durfte einer Ausführung über deutsche Wertarbeit, die Qualität von Bosch und natürlich über die Qualität von Mercedes lauschen. Mein neuer Freund hat nämlich 3 davon. Als er mich fragte was ich denn so fahre und ich antwortete überlegte er kurz, dann erinnerte er sich glaub ich oder er bemitleidete mich. Ich hätte doch Phaeton sagen sollen;-) Aber offenbar konnte er mich trotzdem gut leiden, und irgendwie wurde ich das Gefühl nicht los, dass wenn ich gewollt hätte ich jetzt in einer Firma in Umm Al Qaiwaim arbeiten würde. Naja, was nich is kann ja noch werden. ich hab ja seine Karte.

So, mehr fällt mir jetzt nicht mehr ein...Doch. Vielleicht ist euch aufgefallen, dass mein Taxifahrer Inder ist aber Daniel heißt, genauso wie letztens einer John hieß. Beide, so wie viele andere Inder hier sind Christen und deshalb die Namenswahl. Indische Christen in Dubai, Globalisierung machts möglich. Dubai ist wirklich der Schmelztigel der Welt. So, genug geblogt für heute,

ma`a salama (auf Wiedersehen auf Arabisch, Indisch gibts erst morgen)

von Martin Henschke
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Sonntag, 6. juli 2008

05.07.2008 Dubai City

So, nach einem halben Arbeitstag (hauptsächlich umgeben von weißen Helmen, die Angst hatten dass ich was schlimmes entdecke, hab ich aber nicht) ging es heute endlich nach Dubai City. Mein Hotel ist nämlich eine Autostunde von Dubai City entfernt und so von der Arbeit gleich in die Stadt. Aufgeregt wie eine Tasse Kaffee ins Taxi. Mein Fahrer war diesmal kein Inder. Warum sag ich "diesmal kein Inder"? Nun, meine letzten 3 Dialoge in Taxis lauteten:

1. Gestern 17.00 Uhr

Taxi-Fahrer: So, whereu frum?
Ich: Germany.
Taxi-Fahrer: Ah Germanni, verry Guud. (er hebt den Daumen)
Ich: and you
Taxi-Fahrer: Im from India

2. Gestern 17.30 Uhr

Taxi-Fahrer: So, whereu frum?
Ich: Germany.
Taxi-Fahrer: Ah Germanni, verry Guud. (er hebt den Daumen)
Ich: and you
Taxi-Fahrer: Im from India

3. Gestern 18.00 Uhr

Taxi-Fahrer: So, whereu frum?
Ich: Germany.
Taxi-Fahrer: Ah Germanni, verry Guud. (er hebt den Daumen)
Ich: and you are from India
Taxi-Fahrer: Yes, how culd u know?

Deshalb war es diesmal besonders einen Araber zu haben, umso besser dafür die Musik ausm Autoradio: Irgendwas zwischen Tharkan und Muezzingesang. Nach 10 Minuten hab ich zum erstenmal festgestellt, dass das Lied gewechselt hat. Lustig.

Abgesetzt hat er mich am Deira City Centre. Dubai besteht natürlich wie die meisten Großstädte aus Stadtteilen von denen einer Deira ist, früher war Deira eine eigene Stadt und wurde dann von Dubai "geschluckt". Im Centre drinne war erstmal Hektik und Trubel angesagt. Das Centre ist eins der größten in ganz Du bai und angeblich auch das beste. Naja. Ich hab das Gefühl ab einer bestimmten Größe kann man die Dimensionen nicht mehr fassen. Für meine Berliner: Nehmt einfach das Gesundbrunnencenter mal zwei, alle aus DD und Umgebung machen das gleiche mit der Altmarktgalerie. Na, groß genug?

Da bin ich also. Na gut Geschäfte gabs schon ne Menge. Immerhin 3 Starbucks und auch sonst eigentlich alles was man so vermissen könnte.













Hier mal aufgelistet, die lange Spalte  ist "Ladies Fashion". Da hab ich gedacht das Foto machst du um es allen zu zeigen und endlich einen Beweis zu haben ;-), dann fiel mir auf, dass die andere Lange Spalte ein Stück weiter rechts "Men's fashion" ist. Mist. "Shoes" hätte nicht mehr ins Bild gepasst ;-). Meine Lieblings-Ladenüberschrift lautete:

"A true Lady can never have to much shoes..." Hübsch








Nach einer Stunde gings wieder raus. Da alle immer gesagt haben, dass man in Dubai als Fußgänger nicht weit kommt und übelst schlau taten, dass zu wissen hab ich mir gedacht denen zeig ichs. Und es fing noch ganz witzig an:


Wörtlich übersetzt bedeuten diese Schilder:

1. Ab hier ist richtig viel Verkehr
2. Nimm lieber ein Taxi!!!
3. Du bist selbst schuld wenn du hier langgehst.
4. Sag nicht, wir hätten dich nicht gewarnt.









Und so war es dann auch. Aber eins weiß ich. Nirgends lernt man so viel über Dubai wie an der Straße am Dubai Creek. Schaut man nach links sieht man wer den Reichtum ermöglicht den man sieht, wenn man nach rechts schaut.

















Zwischen beiden Fotos besteht ein Abstand von 100 Metern. Die sogenannten Daus sicherten einst den Reichtum Dubais und machen es auch heute noch teilweise. Und wer schuftet mal wieder auf diesen Daus: Inder natürlich. Wie immer. Der Reichtum einer Nation auf dem Rücken einer ganzen Bevölkerungsgruppe...

Diese Erfahrung war sehr prägend und ich war trotz extremer Sonne und 5 Km Fußmarsch froh, dass ich sie gemacht habe. Das prägt sich mehr ein als 500 Geschäfte in einer Shopping mall.


Nach 1,5 h Fußmarsch war ich klatschnass geschwitzt aber noch frohen Mutes denn ich hatte die Gold Suq erreicht. Das ist ein Basar an dem nur...na wer kommt drauf? richtig! ..an dem Gold verkauft wird. Das sieht dann so aus. Is aber eben nur Gold, wirklich gar nix anderes. Nachdem ich dann zwei Rolex und 3 Kolliers für meinen Schatz gekauft habe ging es schnurstracks in ein Taxi denn ich hatte die Sonne (mit gefühlten 80 °C) langsam satt. Im Taxi (mit gefühlten 5°C) legten wir dann meinen Fußweg in 3 Minuten zurück. Ganz wunderbar. Acsho für die Akten: Mein Taxifahrer war diesmal ein Pakistani.

Dafür ging es dann am Burj Dubai vorbei, der Baustelle auf der das höchste Haus der Welt gebaut wird. Es gibt insgesamt 6 Kategorien:
Die höchste Gebäudestruktur (Taipeh 101), das absolut höchste Gebäude (Sears Tower mit Antennenspitze), das Gebäude mit der höchsten Etage, das Gehäuse mit dem höchsten Dach und das Gebäude mit der höchsten Aussichtsplattform. Der Burj Dubai wird seit dem Empire State Building das erste Gebäude welche alle Rekorde in einem beinhaltet. Allerdings kriegt es die erst wenn er fertig gestellt wird, dann nämlcih ist auch erst klar wie hoch er wirklich wird. Die genaue Zahl ist geheim, aus Angst ein anderes Großprojekt könnte die Zahl in Angriff nehmen.

Angeblich gibt es so ein Projekt auch schon...Aber es ist ebenfalls in Dubai. Verrückt

Ziel der Tour, die Mall of the emirates ist angeblich das größte Einkaufszentrum außerhalb Nordamerikas. Gääääähn. Wie gesagt, Rekorde über Rekorde wirken bei mir irgendwie nich bei Shopping Centern. Einen Aldi hatten sie nich ;-) Dafür hätte ich hier dann endlich mal erste Alpin-Ski-Erfahrung sammeln können. Noch verrückter.


















Und zur totalen Touri-Sättigung bin ich dann gleich zum Burj AlArab, dem wohl berühmtesten Hotel der Welt. Nur rein kann man nich, da eine Besichtigung mit einer Tasse Tee  150 € kostet. Total verrückt, spätestens jetzt hätte Obelix es gesagt: "Die spinnen, die Emiratis". Naja, also Anwesenheitsfoto:

Und dann ab nach Hause. Gott sei dank trat mein indischer Taxi-Fahrer(war ja auch mal wieder Zeit) richtig aufs Gas, ich war nämlich todmüde und fix und alle. So, jetz genug für heute. Gute nacht euch alle.

Achso, jetzt hab ich die Auflösung von gestern vergessen...Na vielleicht morgen. Mal sehen;-)
von Martin Henschke
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