Tuesday, 5. august 2008
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19:30
So, Abschiedsartikel.
heute war mein letzter Tag hier und zum Schluss wars doch fast noch n bissl traurig. Trotz aller Widersinnigkeiten und Extreme war das hier doch ne sehr interessante Erfahrung die ich nicht
missen möchte. ich habe sehr viel über andere Kulturen gelernt, sehr viel über geld und Armut, sehr viel über Zufriedenheit im Leben. ich habe gesehn dass der unterschied zu uns nicht sehr
groß sein muss, aber auch sehr groß sein kann. Ich habe eine der momentan interessantesten Städte der Welt gesehn und durfte damit Teil eines arabischen Märchens sein, dass erst noch
zeigen muss ob es wirklich eins wird. Ich habe viele interessante Menschen kennen gelernt und bin froh hier nicht nur Tourist gewesen zu sein sondern etwas näher am Leben dieser kultur zu stehen.
ich habe gemerkt was Hitze sein kann und was Dreck bedeutet. Ich habe die Wüste gesehn und werde sie nie vergessen. Ich bin dankbar für jede Erfahrung die ich hier machen durfte. Vor allem aber
bin ich momentan froh...
...nach hause zu dürfen.
Ich danke allen Kommentarschreibern und Lesern meines Blogs und hoffe dass ich euch ein wenig Teil haben lassen konnte an den Erfahrungen die ich hier machen durfte. Ich gebe zu ich wurde am Ende
etwas schreibfaul, was aber vielleicht verständlich ist, denn die Kraft hier weite Reisen und Anstrengungen zu unternehmen lies am Ende stark nach. ich verabschiede mich offiziell und sage bis
Bald
Martin
PS:
So saubere Wäsche wie ich aus der wäscherei bekommen habe, alles extra eingeschweißt und gebügelt, alles toll verpackt und das ganze extrem günstig.
PPS: Ihr braucht auf dem Bild hier nich suchen, ich bin nicht drauf
von Martin Henschke
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Saturday, 2. august 2008
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17:59
So, da heute am Freitag mein letzter freier Tag
hier war hab ich nich nochmal nach Dubai aufgemacht, um noch ein wenig Orient zu entdecken bevor es wieder ins geliebte Deutschland zurück geht. Deshalb hab ich mich in aller Frühe mit einem Taxi
auf nach Jumeirah (einer der Stadtteile von Dubai) gemacht. Hier stehen die ganzen modernen Hütten wie der Burj Dubai, die Emirates Towers und natürlich auch das Burj Al Arab. Da ich aber
zum baden hierher wollte hab ich mich gleich an den Strand gemacht. Und da hab ichs dann endlich geschafft, nach 4 Wochen gut aufpassen und nich viel rausgehen hab ich mir einen schönen
Sonnenbrand auf dem Rücken geholt. Naja, nich weiter schlimm. Auf dem Foto hier is der Strand noch leer, eine Stunde später wurde es dann immer voller. Da fiel mir dann auch auf, was mich an dem
Strand so gestört hatte. Da gab es doch Tatsache nur Kerle...Na wenn ich mit schwarzen Klamotten total vermummt rumrennen müsste würde ich wohl auch nich an den Strand gehen. Ich mein nich dass
ich nach gekuckt hätte ;-)...Aber so ein paar Frauen hätten dem Strand wirklich mal ganz gut getan.
Da dann gegen Mittag die Hitze ziemlich dolle
wurde hab ich mich auf in die Mall of the Emirates gemacht um Mittag zu essen (leckeres Schawarma mit Sesamsoße) und um ein wenig durch die Geschäfte zu spazieren. Nach drei Stunden intensivem
Allesankucken ging es dann direkt zum Dubai Museum wo man sich das alte Stadtfort ankucken konnte und in einem sehr nett gestalteten Kellergewölbe erklärt und gezeigt bekommen hat wie Dubai vor
dem Ölboom aussah und sehr viel über Land und Leute gelernt hat. Das ganze war ein wenig wie ein wachsfigurenkabinett aufgebaut und man hatte das Gefühl man läuft durch das alte Dubai. Sehr nett
und für 75 cent Eintritt eine sehr schöne Erfahrung.
Gut gelaunt ging es dann zur so genannten Hindi
Lane im alten Stadtkern von Dubai wo ich zwischen tausend Indern mit dunkelschwarzen Haaren wahrscheinlich aufgefallen bin wie ein blonder Hund. Da für hatte ich dann viele neue Freunde, meinten
die zumindest und wollten mir ungefähr 100 T-shirts, 10 Kashmir-schals und natürlich unzählige "Originale" Rolexuhren anbieten, natürlich alles fast geschenkt. War mir aber viel zu voll um was zu
kaufen und ich beschloss mich auf die andere Seite des Dubai Creeks abzusetzen. Das kann man entweder per Taxi wie alle anderen Touristen machen oder man nimmt wie alle anderen inder das
Wassertaxi. Hat bestimmt ein lustiges Bild abgegeben. Zumindest ham mich alle angekuckt ob ichn bissl blöde bin da mitzufahren. Ich hatte auf jeden Fall richtig Spaß.
Nach einer weiteren Stunde durch die Basare schlendern und feilschen und suchen und handeln und ... (mehr kann ich hier noch nich verraten) bin ich irgendwann ins Taxi gefallen was mich nach
Hause geschafft hat. Abends war ich sowas von alle, war froh es noch ins Bett geschafft zu haben. Aber ich hatte nen tollen Tag und war froh mal richtiger Tourist sein zu können.
So, gute Nacht und bis demnächst
von Martin Henschke
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Wednesday, 30. july 2008
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19:35
Ich hab meine neue Lieblingssüßigkeit endeckt. Die Dattel. Wächst hier überall auf Palmen am Straßenrand und wird grade so langsam reif. Wenn sie dann vom Buam fällt kann man sie entweder roh
essen oder getrocknet. Ich empfehle die getrocknete Variante. Hab gestern mal ne frische probiert. Hat n bischen wie extrem schales Bier geschmeckt. Die getrockneten sind extrem lecker, richtig
süß und auch noch zur Hälfte gesund. Voll bis obenhin mit Mineralien und Ballaststoffen. Die andere Hälfte ist allerdings Zucker.
Im Supermarkt sind getrocknette Datteln extrem billig. 1 Kilo kostet ungefähr 50 Cent. Die frischen kosten 2 Euro pro Kilo. Komisch. Aber wer weiß wo die trocknen oder wie oder womit. Keine
Ahnung. Auf jeden Fall total lecker. Aber vielleicht ist das auch so ein Rotwein-in-Frankreich und Pizza-in-Italien-Ding, dass die Sachen immer da gut schmecken wo sie herkommen.
von Martin Henschke
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Monday, 28. july 2008
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07:47
Freitag ist Strandtag
So, jetz wollt ich mich also endlich mal an den angeblich so weißen Strand von Umm Al Quwain begeben. Hab ja schon viel von gehört und nochmehr von gelesen. Nachdem also mein Vormittag aus
Ausschlafen und Ausruhen bestand und mein Mittag aus "vor der Sonne verstecken" ging es dann gegen 14 Uhr erstmal Richtung altes Fort. Das stammt aus dem 19. Jahrhundert und beinhaltet einige
archäologische Fundstücke aus der Region. da aber Freitags vormittag alle Museen geschlossen hab und das hier erst ab 17 Uhr wieder öffnen wollte bin ich dann auch gleich weiter und hab nach 15
schweißtreibenden Spazierminuten den Strand erreicht.
Da stand ich nun also am persischen Golf. Toll. Blaues Meer, Wellen, sogar ein doller Wind der fast ein bischen Erfrischung mit sich brachte. Und das lustige war: ich war doch Tatsache ganz
alleine am Strand. Wie ich dann später erfuhr ist keiner so bescheuert schon gegen 3 am Strand zu erscheinen, denn da ist es ja noch viel zu heiß.
Naja, da ich dann aber schonmal da war bin ich
auch dran langgelaufen um eine Stelle zum Baden zu finden. gar nicht so einfach, da man sich den Strand mit einer konstanten Schicht aus leeren Platiktüten und Flaschen teilt. Weniger schön. Nach
20 Minuten laufen hab ich dann aber doch noch eine Stelle gefunden wo ich baden gehen konnte. Da waren sogar Tische aufgestellt wo ich meine Klamotten draufpacken konnte und dann nix wie rein in
die Fluten.
Aber dann das: Nach 3 Metern konnte man schon nicht mehr stehen, das Wasser hatte glaub ich ne Temperatur von 40°C und nach 10 Metern schwimmen merkte man schon die extrem starken
Seitwärtsströmungen und da ich der einzige am ganzen Strand war und auch von Rettungsschwimmern und so nüscht zu sehen war, bin ich dann nicht zu weit raus. Man weiß ja nie. Naja, trotz
allem war es mal ganz angenehm ein bischen im Meer zu planschen vor allem da man auf Grund des hohen Salzgehaltes von alleine auf dem Wasser treibt. Habs nie geglaubt aber es klappt
wirklich. Nach zwei Minuten lustigem toter Mann spielen kam dann eine große Welle und schwappte mir genau ins Gesicht, tja mein Essen brauchte ich heute nicht mehr salzen ;-)
Wieder draußen hat mich dann ein entter mann darauf hingewiesen, dass ich meine Sachen nicht auf den Tisch legen darf weil gleich Leute kommen. dafür hat er mich auf einen Tee eingeladen den er
frisch zubereitet hat. Er hieß Rahim und kam vor 15 Jahren aus Bangladesch. In den Emiraten hat er für die Stadtverwaltung von Umm Al Quwain gearbeitet bevor dort 150 Menschen auf die Straße
gesetzt wurden. Jetzt hat er noch ein Visum bis zum 31.07. und hat auch nur noch so lange Arbeit. Was danach wird wusste er noch nicht. Hmm.
Der Tee war lecker wenn er auch zu gefühlten 80% aus Zucker bestand. Nachdem ich einen Schluck genommen hatte sagte mein neuer Freund, dass er vielleicht doch etwas mehr Zucker hätte nehmen
sollen... ich sagte ihm es gehe schon auch so. Ein Stündchen später bin ich dann Richtung Hotel gewandert um mich noch ein wenig auszuruhen denn am Samstag ruft ja die Arbeit schon
wieder.
von Martin Henschke
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Monday, 28. july 2008
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07:08
Ich gestehe ich war recht nachlässig mit dem Eintragen in meinen Blog. Aber das hat mehrere Gründe. Zum einen standen mehrere Kundeninspektionen an die mich intensivst an meine Arbeit koppelten,
zum zweiten war die Administration der Seite hier gestern zur Wartung und letztens geht mir der Aufenthalt hier zunehmend auf die Nerven. Soll ich mal auflisten was mich so nervt? Ok.
1. Die Emiratis hier benehmen sich wie die Könige. Sie behandeln alle Inder wie Dreck, ignorieren jeden anderen, arbeiten nicht und benehmen sich einfach nur daneben, werfen ihren Müll überall
hin, pfeifen auf ihre Religion und ihre Kultur und sind meines Erachtens im Umgang mit ihrer region extrem nachlässig. Und wer gibt Ihnen das Recht dazu? Eine dunkle, schwarze Flüssigkeit die
zwischen ihren Zehen hervorquillt und nach der die halbe Welt verrückt ist. Der Reichtum dieses Landes basiert auf einem einzigen Rohstoff und nichts anderem. Was wäre gewesen wenn man hier vor
50 Jahren kein Öl gefunden hätte? Und was macht man hier wenn es nichts mehr von dem Zeug gibt. Nachhaltigkeit ist nicht gerade etwas worüber man hier nachdenkt.
2. Wenn man Berichte über die Emirate liest oder Reiseliteratur oder im Internet recherchiert steht dort immer man soll die Kultur respektieren, den religiösen Einfluss akzeptieren und sich
immer wie ein guter Gast verhalten. Aber was mach ich wenn ich das nicht mal vorgelebt kriege. Da wird gesagt das Land sieht so schlimm aus weil die Ausländer sich daneben benehmen. Ich habe hier
emiratische Kinder gesehn die ihren Müll in den persischen Golf geschüttet haben ohne drüber nachzudenken, Araber die in offenen Hotelzimmertüren saßen und hinter ihnen die Klimaanlage liefen
ließen und und und...
3. Die Investitionen die in die Zukunft getätigt werden sollen das Land auf eine Zeit ohne Öl vorbereiten. Hauptmerkmal liegt auf dem Transithandel und dem Tourismus. Deshalb wird hier ein Hotel
nach dem anderen aus dem Boden gestampft, die größten Shopping Malls und größten Flughäfen der Welt gebaut und wahnwitzige Bauprojekte bis mitten in die Wüste verlagert. Was aber gar nicht getan
wird sind Investitionen in die Infrastruktur. Es gibt nur unzureichend Nahverkehr in Dubai was zu massiven Staus und Verschmutzungen führt, die Kanalisation ist nur unzureichend ausgebaut
(angeblich gibt es ganze Seen in der Wüste die nur aus ....... bestehen), es gibt kein Soziales Netz wie in Deutschland was zu einer extrem großen Schere zwischen Arm und Reich führt und es gibt
kaum Investitionen in das Potential der Menschen hier. Arbeitsschutz zum Beispiel ist ein ganz schlimmes Thema: Pro Jahr sterben hier 800-1000 Menschen bei Arbeitsunfällen, überwiegend natürlich
Inder und das sind nur bekannte Zahlen.
Wer mal ein positives Beispiel für nachhaltige Entwicklung lesen will, dem rate ich den Wikipediaartikel über Katar zu lesen.
4. Die Hitze: Es ist wirklich manchmal unerträglich. Gestern bin ich 4 Stunden auf der Baustelle rumgerannt um mit meinem Kunden eine Inspektion durchzuführen und war danach klitschnassgeschwitzt
und sowas von fix und alle. Hab erstmal 2 Liter Wasser getrunken fast ohne abzusetzen. Wenn man dann bedenkt, dass ich nicht mal körperliche Arbeit verrichtet habe,... oh mann. Für Mittwoch hat
der Wetterbericht "bewölkt" angekündigt. Aber immer noch 44°C
5. Inder. Ein liebenswertes Volk, extrem freundlich, immer lächelnd, immer hübsch kopfwackelnd aber eben manchmal auch zuviel des Guten. Ich will hier nicht von denen behandelt werden wie ein
"Herrenmensch". Ich arbeite doch hier mit denen zusammen. Es ist manchmal ein Krampf rauszukriegen wo der Schuh drückt und ob was schief läuft. Ein schönes Beispiel: Es gibt hier zwei Büroräume
in unserem Baucontainer. Einen Meetingraum (4mx6m), da sitz ich drin und einen Büroraum (5mx5m). da sitzen 4 Ingenieure drin. Vorgestern war dann großes Planungsmeeting (ohne mich) und 6 Leute
kamen in den Meetingraum wo ich drin saß. Als sie mich sahen nahmen sie sich bevor ich irgendwas sagen konnte einen Stuhl und gingen wieder raus. dann hielten sie ihr Meeting zu 10!!! in dem
kleinen Büro während ich weiterhin alleine im Meetingraum saß...schräg, wirklich schräg. ich meine ich hab nix gegen die, ich kann die Jungens wirklich alle sehr gut leiden, aber es nervt einfach
manchmal.
So, jetzt hoffe ich ich bin nicht politisch geworden oder ausfallend oder irgendwas, ich musste hier nur mal alles hinschreiben. Ist ja mein "privates" Tagebuch gelle ;-)
von Martin Henschke
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Wednesday, 23. july 2008
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21:09
So, nach zwei Tagen hoher Arbeitsauslastung endlich mal wieder ein paar Zeilen von mir.
Ich durfte heute Zeuge multilingualer Kommunikation mit nur einer Fremdsprache werden. Wie das geht? Ich hab heute überraschenderweise Besuch von unserem Kunden bekommen, der ja bekanntlich
Franzose ist. Und wenn Franzosen englisch reden klingt das ganz wunderbar. Ich hab ungefähr nur die Hälfte verstanden und auch dass nur wenn ich mich richtig konzentriert habe. Dann bin ich also
mit dem Herrn (der Name war leider in der falschen Hälfte) über unsere Baustelle geschlendert.
Ganz groß wurde es als noch 3 Inder dazukamen (2 mit weißem Helm und ganz neu: einer mit
blauem Helm, das sind die Qualitätsinspektoren). Wenn man indisches Englisch und französisches Englisch hört klingt das wie zwei verschieden Sprachen. Und wenn man dann abwechselnd mit einem
Franzosen und dann mit einem Inder reden darf ist das ganz wunderbar. Das eigentlich lustige war aber, dass meine indischen Freunde den Franzosen erst gar nicht verstanden
haben.
Während er dann wild ein paar Fehler an Schweißnähten erklärte und was man noch besser
machen könnte standen die drei Jungens nur da, haben ihn groß angekuckt und ständig „Yes Yes Yes“ gesagt. Ich hab ihnen aber ganz genau angesehen, dass sie kein Wort verstanden haben. Da stand
ich also 3 Meter entfernt und musste mir dermaßen das Lachen verkneifen auf Grund dieses wunderbaren Anblicks.
Dann gab es noch was Erfreuliches zu berichten: Der Wetterbericht für Schardscha City
lies gestern verlauten: 46° und jetzt haltet euch fest: „meist sonnig“!!!!!!!!! Es war nämlich bewölkt morgens. Für ungefähr eine halbe Stunde. Danach brannte die Sonne wie eh und je. Aber
immerhin.
von Martin Henschke
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Monday, 21. july 2008
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08:06
Heute erzähl ich euch mal was richtig schräges. Bei mir im Hotel gibt es einen Nachtclub. Ich bin an dem immer nur vorbeigelaufen, wenn man
nicht aufpasst bemerkt man den auch gar nicht. Wenn dann mal die Tür aufging während ich vorbeilief kam immer furchtbar laute indische Musik raus. Eher kein Grund um reinzugehen.
Gestern Abend war ich dann aber mal irgendwie nicht müde (sonst fall ich hier gegen 11 schon todmüde ins Bettchen) und dachte jetzt gehste dir
das mal ankucken. Ich machte mich also schick und marschierte schnurstracks in den Schuppen rein. Drinnen waren Tische wie in einem Restaurant aufgereiht und mir wurde auch gleich von einem
netten Kellner ein Platz angeboten. Um mich rum saßen jede Menge Emiratis in weißen Ausgehgehröcken und tranken Alkohol (von wegen Religion und so) und rauchten Wasserpfeife. Nur ein paar von
ihnen beobachteten die 5 mal 5 Meter große Bühne in der Mitte und dabei war das doch das schräge an dem Laden. Darauf tanzten nämlich 10 bis 15 hübsch angezogene!!!(um das hier
klarzustellen) und anzusehende Mädels zur Musik einer indischen Liveband. Zwar tanzten sie für europäische Verhältnisse auch eher langsam und gelangweilt aber sie sahen auf jeden Fall aus
als ob sie Spaß hatten. Aber es tanzten eben nur Mädels da oben. Die Scheichs drumherum saßen nur da, ein paar kuckten zu aber war eigentlich gedanklich eher abwesend. Ich wusste nicht genau wo
ich war, da aber auch zwei kleine Kinder durch den Saal rannten vermutete ich nix anrüchiges.
Auf den ersten Blick kam ich mir allerdings ein bisschen wie auf einem Bazar vor. Noch dazu sprang ein Typ mit Hawaii-Blumen-Kränzen durch die
Gegend und ich musste aufpassen dass ich keinen Blickkontakt mit ihm aufnahm, nicht dass das irgend ein Preisrichter, Versteigerer, Animateur oder so ist. Überhaupt hatte ich die ganze Zeit Angst
irgendwas falsch zu machen. Nicht dass ich dann auf einmal verheiratet bin oder so was…Nach 20 Minuten irritiertem Beobachten der Szenerie und angestrengtem Unauffälligtun bin ich dann wieder
raus. Komisch. Ich will mal wissen was das war, aber ich trau mich irgendwie nicht jemanden zu fragen;-) Naja, Andere Länder, andere Sitten.
Wenn jetzt Fragen nach Bildern kommen (und ich weiß die würden kommen) kann ich nur antworten: ich hatte echt Schiss da drin zu fotografieren,
wer weiß was dann passiert wäre.
von Martin Henschke
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Friday, 18. july 2008
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/2008
20:44
Freitag in den Emiraten, ihr wisst was das heißt.
Nachdem ich also die Mittagssonne passieren ließ hat es mich noch einmal nach Sharjah oder auch Schardscha gezogen und auch diesmal hat sich die Stadt von einer angenehmen Seite gezeigt, so
langsam wird das noch zu meinem Lieblingsplatz hier. Hab nämlich mitbekommen, dass es hier irgendwo ein ganz neues Aquarium gibt. Und zwar so neu, dass erstmal kein Taxifahrer wusste was ich
meinte...
Nach also 10 altbekannten Do-you-speak-english-Dialogen fand ich dann endlich einen der es kannte und mich auch hingebracht hat. Am Eingang hingen große Haie und Sehkühe und Wale aus Pappe,
davon hatten sie aber leider nix da. Für umgerechnet 4 Euro Eintritt war es jedoch ganz nett. Lauter große Becken die man abwechselnd von oben oder von unten ankucken konnte, manchmal ging es
sogar direkt drunter durch. Gab zwar keine großen Haie aber ein paar kleine und auch n paar niedliche Rochen sowie eine Moräne, die saß aber nur still da und hat nüscht gemacht, schade.
Danach bin ich dann raus und Richtung Hochhausviertel von Schardscha gelaufen. Da aber die Sonne zeimlich heiß war wollte ich
eigentlich ein Taxi kriegen und nach hause zurück, kam aber die ganze Zeit keins. Wenn dann mal eins kam war
es besetzt. Gott sei Dank war der Weg ganz nett, ging nämlich immer am Strand lang und führte mich zur Kulturinsel von Schardscha, einem Kanal mit meheren Shows und Theatern drumherum, außerdem
einem großen Riesenrad dem sogenannten Eye of the Emirates. Hier war es zwischen den ganzen Pflanzen und direkt am Kanal sogar temperaturmäßig auszuhalten (also wahrscheinlich nur 35 Grad).
Nach zwei Stunden schlendern war ich dann aber irgendwann froh doch noch ein Taxi zu finden. Das hat mich dann am Ajman-Center abgeladen wo ich noch im Kino zu WANTED war. Oh Mann, was für ein
krankes Hirn denkt sich denn so einen Film aus. Ich kann nur allen abraten sich den anzukucken. Jetzt bin ich auf jeden Fall froh wieder zu hause zu sein, denn der Marsch in der Sonne
hatte mich dann doch ganz schön müde gemacht und morgen wartet ja schon wieder Arbeit auf mich.
also Gute Nacht
PS: Bilder gibts wiedermal morgen, keine Lust zum hochladen jetze ;-)
von Martin Henschke
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Wednesday, 16. july 2008
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/2008
17:41
Mitte Juli
Da die Vorstellungsrunde heute leider nich geklappt hat, mach ich heute mal ne kleine Tour durch mein Hotel mit euch. Das Flamingo Beach resort ist eins von zwei Vorzeigehotels in Umm al Quain
und ist für europäische Verhältnisse ein 3-Sterne-Hotel. Der Service ist okay und das essen ist Klasse, finde ich. Das erstmal als Eingangsfazit.
Wenn ich aus meinem Hotelzimmer komme (davon
gibts keine Fotos, hab nämlich nicht aufgeräumt) dann seh ich auf den Palmengarten des Hotels, schick oder? Ist ein bisschen wie eine grüne Oase, liegt aber daran das hier jeden Morgen ausgiebig
bewässert wird. Dominiert wird das ganze von Dattelpalmen, die man aber auch in der freien Natur sieht.
dazwischen springen Vögel rum, die ich nicht einordnen kann (bin ja auch n Stadtkind) und ein paar Katzen. Durch den Garten muss ich jeden Morgen wenn ich zum Frühstück will.
Da komm ich dann auch am Pool vorbei, der in dem man auch heiß baden kann weil er glaub ich so ca. 35-40 grad wassertemperatur hat. Trotzdem badet komischerweise immer jemand drin. ich habs mal
probiert, aber es hat nix gebracht. Hab hinterher fast mehr geschwitzt als vorher;-)
Dafür kann ich aber jeden Morgen schon einen Blick auf den persischen Golf werfen. Der is zwar genauso warm, aber so ein Blick aufs Meer zum Frühstück hat was find ich.
von Martin Henschke
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Tuesday, 15. july 2008
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/Juli
/2008
18:34
15.07. mittlerer Orient
Heute war es so weit. Der Boden in meinem Kleiderschrank war so langsam zu sehen, also musste ich was tun. Wenn man für 5 Wochen packt und dann 46°C sind geht das irgendwie schneller mit den
Socken und den Shirts. Also muss ich eine Wäscherei finden. Im Hotel kostet sowas 40 Euronen wofür ich mich ja in den richtigen Geschäften fast neu einkleiden könnte. Also mach ich mich auf in
den Stadtkern von Umm Al Quain. Im Gepäck eine tasche mit dreckiger Wäsche aller Art. Nachdem ich eine Wäscherei gefunden habe und froh bin dass die junge Frau englisch kann (sie ist natürlich
Inderin) versuch ich zu erklären, dass ich nicht nur Hemden und Hosen habe und drücke ihr meinen Beutel in die Hand. Sie greift zu und beginnt auszupacken um zu zählen.
Noch bevor ich mich frage ob sie das jetzt wirklich gleich tun wird, liegen schon meine Unterhosen auf dem Tresen verteilt und sie zählt laut vor. Gott sei Dank waren wir alleine in dem Laden.
Ich war glaub ich so rot wie die Krabben hier, wenn sie frisch gegrillt sind. Oh Mann. Auf jeden Fall kostet der Spaß jetzt nur 8 Euro, was angesichts der Hemden und so ein Spottpreis ist. Aber
erst mal sehen wie die Klamotten morgen dann aussehen ;-)
Wieder im Hotel gabs noch lecker Essen. Die Küche besteht aus zwei Richtungen: Arabisch und natürlich Indisch. Indisch hier ist eine Messe und extrem günstig. Selbst hier im Hotel kostet ein
Hauptgericht maximal 6 Euro und ist wirklich super lecker. Und eins hab ich gemerkt: Wenn die Inder hier ranschreiben "scharf", dann ist es auch scharf.
Arabisch ist doch sehr ähnlich zu griechisch und Türkisch (liegt ja auch auf der Hand) was in meinen Augen aber nichts schlimmes ist. Nationalgericht ist das Schawarma, was so ähnlich ist wie ein
Döner oder eine Pita (Fleisch vom Drehspieß im Brot). Nur Weiß- und Rotkraut konnt ich noch in keinem finden;-) Der Lonely-Planet für Dubai hat mir jetzt sogar die Adresse für die beste
Schawarma-Bude empfohlen. Habs aber noch nich hingeschafft.
So, morgen stell ich euch mal meine indischen Mitstreiter vor und erklär euch warum die manchmal nerven aber ansonsten sehr viel sympatischer als die meisten Emiratis sind. Bis dahin,
Schlaft gut
von Martin Henschke
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